Ehescheidung: Was tun?

Die Ehe funktioniert nicht mehr. Man hat sich über die Jahre auseinandergelebt. Oder: Man wurde betrogen. Ganz zu schweigen von Fällen, in denen der andere gewalttätig ist.
Dann steht man vor der Wahl: Hält man die Ehe aufrecht oder verlangt man die Scheidung?

Was sollte man tun, wenn man eine Scheidung überlegt?

Zunächst: Das Gespräch mit dem Partner suchen. Wenn dieses keine Lösung bringt: Ab zum rechtlichen Profi! Dann ist der Zeitpunkt für eine kompetente rechtliche Beratung gekommen. Nur wenn man über die eigenen Rechte wirklich Bescheid weiß, kann man eine sinnvolle Entscheidung treffen.
Wenn man es noch versuchen will, ist es wichtig, die eigenen Rechte zu sichern: Fehlverhalten des Partners dokumentieren. Selbst Gesprächsbereitschaft an den Tag legen, aber bitte nicht bis zur Selbstverleugnung!

Ist die Entscheidung für die Scheidung gefallen:

  1. Bei Gewalttätigkeit des oder Gefährdung durch den Partner: Einen Ausweg überlegen, Ausweichquartier (Familie, Bekannte, Frauenhaus). Bei aktueller Gewalt sofort die Polizei benachrichtigen und Zeugen suchen! Auf einer Wegweisung des Gewalttäters durch die Polizei bestehen – dieser darf dann in die Wohnung für längere Zeit nicht mehr zurück.
  2. Ist keine Gewalt im Spiel: Nie und unter gar keinen Umständen ausziehen! Dies ist in aller Regel ein sogenanntes Zerrüttungsverschulden des Ausziehenden – und kann sich massiv gegen dessen Interessen im Fall der Scheidung (etwa durch Verlust eines Unterhaltsanspruchs) auswirken!
  3. Schnellstmöglich mit dem Rechtsbeistand die Strategie abklären.
  4. Und: In den meisten Fällen ist Zeit ein wesentlicher Faktor. Noch weiter zuzuwarten, ist selten sinnvoll (sondern verschlechtert nur die eigene Situation massiv – so droht etwa die Verjährung oder es wird eine sogenannte Verzeihung (die Scheidung kann dann nicht mehr erfolgreich verlangt werden) angenommen.

Aus welchen Gründen kann man die Scheidung verlangen?

Wesentlich sind folgende:

  1. Trennung bereits seit mehr als drei Jahren (im Einzelfall ist ein längerer Zeitraum erforderlich). Dann kann man auch gegen den Willen des anderen erfolgreich auf Scheidung bestehen. Oder:
  2. Sogenanntes Zerrüttungsverschulden durch den anderen: Dieser ist schuld, dass die Ehe nicht mehr funktioniert. Beispiele: Außereheliche Beziehung, Gewalttätigkeit, Alkoholismus.

Wie funktioniert eine Scheidung?

Wenn beide Teile vernünftig sind und noch miteinander reden können, wird immer eine einvernehmliche Ehescheidung versucht. Man kann sich in einem derartigen Fall über Unterhaltszahlungen, Aufteilung des Vermögens und der Ersparnisse, Schicksal der Ehewohnung und allfällige Kinder einigen. Dieser Weg führt üblicherweise relativ schnell zum Ziel und ist vergleichsweise kostengünstig.
Ist das nicht möglich, muss man auf Scheidung klagen. Auch solche Fälle führen oft zu einer raschen Scheidung: Angeleitet durch das Gericht sieht die Gegenseite oft ein, dass ein weiteres Streiten sinnlos ist, und lenkt ein. Wenige Ausnahmen machen es jedoch erforderlich, eine gerichtliche Beweisaufnahme (vor allem durch Aussagen der Ehegatten und von Zeugen) durchzuführen. Das Gericht muss dann beurteilen, was als tatsächlich geschehen angenommen gilt. Auf dieser Basis wird dann das Urteil (in aller Regel: Ehescheidung mit Verschuldensausspruch) folgen.

Welche sind die Folgen einer Scheidung?

Diese werden im Fall einer einvernehmlichen Scheidung schon mitgeregelt.
Im Falle einer strittigen, das Verfahren erfordernde Variante muss man nach dem Scheidungsurteil die Einleitung eines Aufteilungsverfahrens verlangen. Dann erst nämlich wird über die Aufteilung des Ehevermögens (Ersparnisse und Schulden) entschieden. Eine Einigung ist auch hier immer möglich. Wichtig: Während des Verfahrens und auch noch danach, wenn der andere schuldig ist, bekommt man unter gewissen finanziellen Voraussetzungen laufende Unterhaltszahlungen; grundsätzlich bis zum Lebensende!

Wie lange dauert das und was kostet das?

Hier ist immer der jeweilige Fall entscheidend. Allgemein gilt: Bei einer einvernehmlichen Scheidung wird man meistens mit einigen € 1000 auskommen.
Ist allerdings ein umfangreiches Verfahren erforderlich, kann dies deutlich mehr kosten. In aller Regel muss der Verlierer des Verfahrens dem Gewinner die Verfahrenskosten zumindest zum Teil ersetzen.

Was bieten wir?

Unsere Kanzlei ist seit Jahren in diesem Bereich gerichtlich und außergerichtlich tätig.
Wir beraten zunächst unverbindlich, legen mit Ihnen gemeinsam die weitere Strategie fest und verfolgen Ihre Interessen wenn nötig mit Nachdruck vor Gericht. Nie jedoch verlieren wir den Überblick!

Wir stehen gerne zur Verfügung: office@hniedermayr.at.