Möglicher Arztfehler – was tun?

Eine plötzliche Erkrankung, eine chronische, ein Verkehrsunfall oder ein solcher zu Hause: Das alles kann plötzlich bedeuten, dass man zum Arzt oder ins Krankenhaus muss.
Österreich hat eines der besten Gesundheitssysteme der Welt. Dennoch: Auch Ärzte sind Menschen. Fehler können passieren und passieren auch immer wieder.

Wie sollte man sich in derartigen Fällen als betroffener Patient verhalten?

Wichtig ist zuallererst: Die notwendige Krankenbehandlung muss kompetent absolviert werden!
Wie kann man das selbst beurteilen? Das Wichtigste ist sicher ein bestehendes Vertrauensverhältnis zum behandelnden Arzt. Dies ist in aller Regel die Basis einer erfolgreichen Behandlung. Wenn ein solches nicht gegeben ist: Grundsätzlich kann man den Ort der Behandlung wechseln, etwa das Krankenhaus! Dies könnte Zusatzkosten verursachen. Das sollte man wenn möglich vorher abklären – wobei immer gilt: Leben und Gesundheit sind das wichtigste Gut!

Danach ist es sinnvoll, sich gleich zum rechtlichen Profi zu begeben.
Dieser wird zunächst die Krankengeschichte – das sind die Aufzeichnungen im Krankenhaus/vom Arzt, in denen der Zustand des Patienten, die gestellte Diagnose und die getroffenen Maßnahmen dokumentiert sind – anfordern. Danach folgt im Regelfall die Besprechung dieser Unterlagen mit Ihnen. In dieser wird die weitere Vorgehensweise festgelegt.

Werden wir mit weiteren Schritten beauftragt, folgt ein Aufforderungsschreiben an den Arzt bzw. Krankenanstaltenträger. Hier kommt die Antwort üblicherweise innerhalb von ein bis drei Monaten. Oft kann man schon in diesem Stadium eine zufriedenstellende Lösung erzielen.
Oft wird auch von der Haftpflichtversicherung ein ärztliches Sachverständigengutachten beauftragt. Dann überprüft ein ärztlicher Experte die Sache – ergibt sich ein Fehler, wird man auf dieser Basis eine Regelung finden können.

Wird auch weiterhin abgelehnt, steht der Weg zum Gericht offen. Hier wird von diesem ein oder mehrere medizinische/r Sachverständige/r bestellt. Das Urteil folgt dann normalerweise dem Gutachten.

Was kann der Grund für eine Haftung sein?

Üblicherweise gibt es hier zwei Möglichkeiten:

  1. Ärztlicher Behandlungsfehler: Es wird etwa eine falsche Operationsmethode gewählt oder eine falsche Diagnose gestellt, man wird durch eine falsche Behandlung geschädigt. Beispiel: Man deutet Bauchkrämpfe fälschlich als Magenverstimmung anstatt als Blinddarmdurchbruch.
  2. Aufklärungsmangel: Man wird vor einer Behandlung über Risiken oder Methoden falsch informiert. Etwa: Der Arzt entscheidet sich für eine riskante Operationsmethode, der Eingriff geht schief. Hätte der Patient zuvor das Risiko gekannt, hätte er sich für eine andere, sicherere Alternative entschieden und wäre nicht geschädigt worden.

Was kann man verlangen?

  1. Schmerzengeld. Nicht notwendige und durch das Fehlverhalten verursachte Schmerzen werden auf Basis der Einschätzung des Sachverständigen abgegolten.
  2. Behandlungskosten und teilweise Selbstbehalte.
  3. Verdienstentgang und Umsatzentgang (letzteres bei Selbstständigen).
  4. Haushaltshilfe und Pflegeaufwand.
  5. Belastungen wie etwa Fahrtkosten, Parkgebühren, medizinische Heilbehelfe.
  6. WICHTIG: Bei bestehenden Dauerschäden und wenn Spätschäden drohen (etwa in einigen Jahren eine Folgeoperation) muss man unbedingt und in allen Fällen auf eine Erklärung der Haftung der Versicherung für sämtliche zukünftige Schäden bestehen! Ansonsten verjähren Ansprüche (grundsätzlich: Drei Jahre).

Kann ich mir das leisten?

Rechtsschutzversicherungen decken üblicherweise derartige Anspruchstellungen ab.
Ansonsten gilt allgemein: Hat die Gegenseite ein Einsehen, werden auch die Kosten der Vertretung übernommen. Gewinnt man im Prozess, bekommt man alle oder zumindest teilweise die Kosten ersetzt.

Warum zu uns?

Derartige Haftungsfragen sind eines unserer wesentlichen Spezialgebiete. Wir befassen uns bereits seit Jahren schwerpunktmäßig mit derartigen Causen.
Wir haben uns daher entsprechendes Fachwissen erarbeitet und bilden uns darüber hinaus laufend fort (Dr. Niedermayr absolviert an der Universität Innsbruck das einschlägige PhD-Programm mit medizinisch-medizinrechtlichem Schwerpunkt).

Wir stehen gerne zur Verfügung:
office@hniedermayr.at.